Kommt die große Wende beim Uran-Preis? CAMECO kürzt Produktion massiv, wir haben nachgefragt

Liebe Leserinnen und Leser,

als die Nachricht gestern nachbörslich über die Ticker lief, kam umgehend Bewegung in den Markt. Der weltgrößte Uran-Produzent CAMECO wird ab Ende Januar die Produktion auf der McArthur River Mine für 10 Monate stilllegen.

Soeben habe ich einen Research-Report von BMO (Bank of Montreal) zugespielt bekommen. Die Analysten haben ausgerechnet, was der 10-monatige Produktionsstopp von CAMECO für das Unternehmen, aber auch für die ganze Branche bedeuten kann.

Die Analysten sehen, dass rund 17 Millionen Pfund Uran auf der Angebotsseite in 2018 wegfallen werden. Das ist eine Hausnummer. BMO geht nun davon aus, dass der Uran-Markt im nächsten Jahr bereits ein Angebotsdefizit von rund 20 Millionen Pfund haben wird. Dies war erst für die Jahre 2022 – 2023 vorhergesagt.

Es könnte also die langersehnte Trendwende im Uranmarkt werden, auf die ich seit längerer Zeit hinweise, zuletzt auf meinen Vortrag in München: https://youtu.be/GXOa7EyUNjw

Ich habe sofort Paul Atherley, den Managing Director von BERKELEY ENERGIA (ASX: BKY, London: BKY, WKN: 911733) kontaktiert und Ihn nach seiner Meinung gefragt.

 

Das druckfrische Interview finden Sie nachfolgend:

Interview Paul Atherley, Managing Direktor of Berkeley Energia

Hallo Paul! Vielen Dank für die Chance ein kurzes Interview mit Ihnen zu führen. Ich kann mir gut vorstellen, dass heute so einige Anfragen hereinkommen, nachdem am Markt die wichtigen Produktionskürzungen von CAMECO die Runde machen.

Was sind Ihre Gedanken zu dem angekündigten Produktions-Stopp von CAMECO und was bedeutet das für den Uranmarkt?

 

Paul Atherley:

Wir glauben, dass dies ein großer Wendepunkt im Uranmarkt sein könnte. Cameco´s Produktionsstopp, der jüngste in einer langen Reihe von Produktionskürzungen bei Minen mit hohen Kosten, bringt das Gesamtvolumen an Uran, das 2018 vom Markt genommen wurde, auf 17 Millionen Pfund, etwa 12% des Primärminenangebots. Dies wiederum führt dazu, dass das Überangebot an Uran wieder deutlich ins Gleichgewicht gebracht wird.

Die Entscheidung von Cameco sendet auch ein Signal an die Käufer von Uran, dass sie anfangen müssen, neue Anschlussverträge zu höheren Preisen abzuschließen, um die Versorgung zu sichern. Ansonsten könnten Schlüssellieferanten wie Cameco mit Schließungen konfrontiert werden.

Viele Uranminen haben nur aufgrund historischer Langzeitverträge überlebt, die in Zeiten höherer Preise mit Versorgungsunternehmen abgeschlossen wurden. Diese Verträge laufen jetzt eindeutig aus und die Minen verlieren Geld. Die realisierten Preise für Cameco fielen in nur einem Jahr von etwa 45 $ / lb auf 35 $ / lb. Wie BMO es heute Morgen formuliert hat: „Wir würden die Entscheidung erwarten, die weltweit größte und Uranmine mit den  niedrigsten Kosten der Welt auszusetzen, um Versorgungsbedenken bei den Versorgungsunternehmen zu erhöhen.“

 

Hannes Huster, Goldreport:

Die letzte Produktionskürzung im Uransektor von Kazatomprom führte Anfang des Jahres zu einem Uran-Preis-Anstieg von 30-40%. Denken Sie, wir haben nun das Potential für eine vergleichbare Reaktion?

Paul Atherley:

Unbedingt. Es wird Zeit brauchen, um sich durchzuarbeiten, aber Kazatomprom hat im Laufe des Jahres 2017 die Produktion um etwa 5-7 Millionen Pfund gekürzt, während dieser Produktionsstopp im Jahr 2018 insgesamt 17 Millionen Pfund Uran aus dem Markt nehmen wird (12 Millionen Pfund von Cameco).

Die Nuklearversorgungsunternehmen werden dies sehr genau beobachten und prüfen, ob es nun an der Zeit ist, wieder in großem Stil auf den Markt zu kommen, um ab 2019 Verträge zu unterzeichnen, bei denen erheblicher ungedeckter Bedarf auf dem Markt besteht.

 

Hannes Huster, Goldreport:

BERKELEY ist mittlerweile sehr weit fortgeschritten und bislang konnten Sie alle Meilensteine wie versprochen erreichen. Wie wird dieser Produktionsstopp von CAMECO Ihr Geschäft beeinflussen? Ist die Uran-Welt hungrig nach Minen mit sehr geringen Produktionskosten wie Salamanca?

 

Pault Atherley:

Während das Angebot weiterhin in die Hand von immer weniger Spielern fällt und der Anstieg der weltweiten Nachfrage keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt, setzen wir den Bau der einzigen Uranmine fort, die heute in der Welt gebaut wird.

Unsere Position am unteren Ende der Kostenkurve gibt uns den Luxus, auf dem aktuell gedrückten Markt weiter in Richtung Produktion zu gehen, da wir selbst bei Spotpreisen um die 20 US-Dollar-Marke Geld verdienen können.

Die Entscheidung von Cameco, bei der Rob Chang von Cantor Fitzgerald glaubt, sie wird „die Stärke des U3O8-Preises ankurbeln„, bestätigt unsere Überzeugung, dass wir eine Mine am Ende des Uranpreiszyklus bauen sollten. Der Start des Verkaufs im Jahr 2019 bedeutet, dass wir U3O8 in ein Angebotsdefizit bringen werden, das Branchenexperten als fundamental und unvermeidbar bezeichnet haben.

 

Hannes Huster:

Paul, ich danke Ihnen für die Zeit und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für die Zukunft.

 

Interessenskonflikt: Hinweis gem. §34 WpHG Wertpapierhandelsgesetz (Deutschland) und gemäß § 48f Abs. 5 BörseG (Österreich): Der Goldreport Ltd. und/oder Mitarbeiter halten Aktien von folgenden Gesellschaften, die in diesem Artikel besprochen wurden: Berkeley Energia 

 

Beste Grüße

Ihr

Hannes Huster

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.